Der Invest in Germany Summit 2026, der erste seiner Art, findet am 19. und 20. Oktober in Berlin statt. Ziel ist es, Deutschlands Investitionsambitionen einem internationalen Publikum aus Private-Markets-Fondsmanagern und Investoren vorzustellen, die durch langfristige Partnerschaften und Investitionen dazu beitragen können, diese in die Tat umzusetzen.
Deutschland hat vor Kurzem das bedeutendste öffentliche Investitionsprogramm seiner jüngeren Geschichte aufgelegt: ein Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität in Höhe von 500 Milliarden Euro. Es schafft einen langfristigen Rahmen, um die deutsche Wirtschaft zu modernisieren und zusätzliche private Investitionen anzustoßen. Dabei geht der Beitrag der Private Markets über die reine Bereitstellung von Kapital hinaus. Sie können dazu beitragen, aus Deutschlands wirtschaftlichen Ambitionen investierbare Projekte zu entwickeln, die effizient und in großem Maßstab umgesetzt werden können.
Laut einer PwC-Umfrage unter 250 Partnern und Managing Directors europäischer Private-Equity-Gesellschaften waren im Beobachtungszeitraum 2025 insgesamt 66 % der Befragten in Deutschland investiert, verglichen mit 58 % im Vorjahr. Von den bereits in Deutschland investierten Befragten planten 97 % Folgeinvestitionen in den darauffolgenden fünf Jahren, und 56 % beabsichtigten, ihre Allokation zu erhöhen. In der DACH-Region, bestehend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, verzeichnete PwC 2025 insgesamt 557 Private-Equity-Transaktionen. Obwohl die Zahl der Transaktionen 2025 gegenüber 2024 um 3 % zurückging, stieg ihr Gesamtwert um 69 % auf 88,3 Milliarden Euro. Die Entwicklung verlief jedoch uneinheitlich. Megadeals waren maßgeblich für den Anstieg des europäischen Transaktionsvolumens verantwortlich, während der Mid-Market verhalten blieb.
Für die deutsche Bundesregierung und die Private Markets liegt das Potenzial vor allem darin, ihre jeweiligen Kompetenzen sinnvoll zu ergänzen. Über verschiedene Strategien und Projekte hinweg können Private-Markets-Investoren langfristiges Eigen- oder Fremdkapital sowie wertvolles sektorspezifisches Fachwissen und Governance-Kompetenz einbringen. Darüber hinaus können sie deutsche Projekte und Unternehmen mit internationalem Kapital und operativer Expertise verbinden.
Dieser Beitrag ist besonders relevant, wenn öffentliche Haushalte und zuständige Behörden in Deutschland den Investitionsbedarf großer Infrastrukturprojekte nicht allein decken können. Ein Infrastrukturbericht 2026 des Bundesverbands Alternative Investments beziffert beispielsweise die Finanzierungslücke deutscher Energieversorger bis 2045 auf 346 Milliarden Euro. Dem steht ein Gesamtinvestitionsbedarf von 535 Milliarden Euro für Strom- und Gasnetze sowie für die Wärmeversorgung gegenüber. Dem Bericht zufolge ist privates Kapital ein notwendiger Bestandteil des Finanzierungsmixes für die nachhaltige Transformation der deutschen Wirtschaft.
Der Erfolg dieser öffentlich-privaten Partnerschaften setzt jedoch voraus, dass jede Partei diejenigen Risiken übernimmt, die sie am besten steuern kann. Deshalb sollten private Investoren bereits einbezogen werden, bevor Projekte in die abschließende Finanzierungsphase eintreten. So erklärten beispielsweise von Infrastructure Investor befragte regionale Infrastrukturinvestoren im Vereinigten Königreich, dass institutionelle Investoren frühzeitig eingebunden werden sollten, um Finanzierungsstrukturen, Risikoverteilung und Umsetzungsmodelle mitzugestalten. Sie betonten außerdem, wie wichtig es sei, sich auf eine überschaubare Pipeline realisierbarer Projekte zu konzentrieren, statt Investoren eine Vielzahl noch nicht ausreichend entwickelter Projekte vorzulegen.
Auch wenn sich der deutsche Kontext unterscheidet, bleibt das Grundprinzip bestehen: Privates Kapital entfaltet seine größte Wirkung, wenn es nicht nur als Finanzierungsquelle, sondern auch als Partner bei der Umsetzung eingebunden wird.
Wie in jedem Markt beruht Erfolg auf einem fundierten Verständnis der lokalen Geschäftspraktiken und Marktgegebenheiten. In Deutschland entsteht Glaubwürdigkeit durch gute Vorbereitung, technisches Know-how, Verlässlichkeit und langfristiges Engagement. Deutsch zu sprechen und ein tiefes Verständnis des lokalen Marktes zu entwickeln, erleichtert zudem die Kommunikation und unterstreicht die Bereitschaft, sich auf die Bedürfnisse deutscher Manager und Investoren einzustellen.
Lokale Expertise umfasst auch fundierte Kenntnisse der rechtlichen Strukturen und Investmentstrukturen, der Entscheidungsprozesse und regulatorischen Erwartungen sowie der praktischen Anforderungen bei der grenzüberschreitenden Verwaltung von Fonds und Investments.
Dies ist in den Private Markets besonders wichtig, da Geschäftsbeziehungen über viele Jahre bestehen und sich über Fundraising, Investitionsphase, Haltedauer und Reporting bis hin zum späteren Exit erstrecken. Der Wert eines Business Partners bemisst sich nicht nur daran, ob er einen anfänglichen Fondslaunch oder eine Transaktion unterstützen kann, sondern auch daran, ob er langfristige Kontinuität gewährleistet, während sich Fonds, Portfolio und Investorenbasis weiterentwickeln.
Um in Deutschland erfolgreich tätig zu sein, müssen Investoren und Manager internationale Leistungsfähigkeit mit fundiertem lokalem Verständnis verbinden. Nur so lassen sich Strukturen und Prozesse schaffen, die den Anforderungen deutscher Manager und globaler Investoren ebenso gerecht werden wie den rechtlichen Rahmenbedingungen der Länder, in denen ihre Fonds tätig sind.
International tätige deutsche Manager investieren möglicherweise in mehreren europäischen Märkten, gewinnen institutionelle Investoren in Nordamerika, Europa oder Asien und betreiben Vehikel mit unterschiedlichen rechtlichen, regulatorischen und Reporting-Anforderungen. Internationale Manager, die auf dem deutschen Markt aktiv werden, stehen vor einer ähnlichen Herausforderung: Sie müssen die lokalen Marktgegebenheiten und Erwartungen verstehen und zugleich eine konsistente Governance und Berichterstattung über ihre verschiedenen Fondsstrukturen und Märkte hinweg gewährleisten.
Hier spielt die spezialisierte Fondsadministration eine wichtige partnerschaftliche Rolle. Die Verbindung von lokalem Know-how und grenzüberschreitender Expertise kann Managern helfen, Fondsbuchhaltung, Investorenbetreuung, Reporting, Cash-Management und regulatorische Pflichten über den gesamten Fondslebenszyklus effizient zu koordinieren.
Diese operative Disziplin gewinnt zunehmend an Bedeutung, da Private-Markets-Plattformen wachsen und komplexer werden. PwCs Mid-year Private Capital Outlook 2026 beschreibt einen selektiveren Markt, in dem sich erfolgreiche Unternehmen verstärkt auf Daten und eine leistungsfähige operative Infrastruktur stützen. McKinsey charakterisiert ein zunehmend technisches und anspruchsvolles Marktumfeld, in dem eine disziplinierte Umsetzung immer wichtiger wird.
Eine spezialisierte Administration trägt dazu bei, operative Ineffizienzen zu reduzieren, die Konsistenz von Informationen zu verbessern und Managern auch bei zunehmend komplexen Fondsstrukturen und Investorenanforderungen den notwendigen Überblick zu verschaffen.
Die bevorstehende Konferenz rückt die Investitionsmöglichkeiten in Deutschland in den Fokus. Gleichzeitig wächst das internationale Interesse an deutschen Vermögenswerten.
Im September 2026 vereinbarte CVC DIF den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am Frankfurter Rechenzentrumsbetreiber Firstcolo, dessen Abschluss noch aussteht. Das Unternehmen soll als Ausgangspunkt für die Expansion in Frankfurt und anderen deutschen Märkten dienen.
Infrastructure Investor berichtete zudem vor Kurzem, dass zum 31. März 2026 6 % des Infrastrukturportfolios des japanischen Government Pension Investment Fund auf Deutschland entfielen.
Neben dem wachsenden Interesse an deutschen Vermögenswerten haben die fiskalischen Reformen des Landes zusätzliche Investitionskapazität geschaffen. Viele der Faktoren, die über den Erfolg von Projekten entscheiden, bleiben jedoch herausfordernd. Dazu zählen Planung, Genehmigungen, Beschaffung, Baukapazitäten und Projektwirtschaftlichkeit.
Private Markets können deutsche Infrastruktur finanzieren, wachsende Unternehmen unterstützen und zur Transformation der deutschen Wirtschaft beitragen. Damit eine tragfähige Verbindung zwischen internationalem Kapital und Investitionsmöglichkeiten in Deutschland entstehen kann, bedarf es eines Netzwerks aus Managern, Investoren, öffentlichen Stellen und deren Partnern, das internationale Reichweite mit lokalem Engagement verbindet. Internationale Unternehmen, die sich im deutschen Markt engagieren wollen, müssen ebenfalls in Menschen, Beziehungen und Infrastruktur investieren, um sich nachhaltig in diesem wachsenden Markt zu etablieren.
Als führender Fondsadministrator für Private Markets mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Betreuung einiger der größten europäischen Manager alternativer Investments unterstützt Aztec seine Kunden bei ihrem Wachstum mit einem technologiegestützten und zugleich persönlichen Servicemodell. Wenn Sie den Austausch fortsetzen möchten, freuen wir uns, von Ihnen zu hören.